Kritische Besichtigung der Lateranbasilika. Teil 1
- Stefan
- April 1, 2025 / 3. Nissan 5785
- Kunst & Architektur
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Den vorgelagerten Riesenplatz schließt eine Schaufront ab, deren Disposition an die akademisch-beflissene Ausführung eines Architekturtraktats denken lässt. Lehrformeln in Leerformeln übersetzende Monumentalität. Die in die Obergeschoss-Arkade eingepasste – von den römischen Triumphbogen abgeleitete – Serliana (bekannt auch als Palladio-Motiv) scheint für eine Benediktionsloggia geschaffen, von der aus der Papst Reliquien weist und seinen Segen erteilt.
Continue Reading „La Bohème“ Vom Erwachsenwerden (2)
- Stefan
- März 6, 2025 / 6. Adar 5785
- Bühne
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Der Schüler erwarb seine erste Ausgabe von Murgers „Scènes de la vie de bohème“ in deutscher Übersetzung auf dem Bücherflohmarkt. Der Rücken bestand aus blauem Leder mit Goldprägung, die Buchdeckel waren marmoriert. Um welche der zahlreichen deutschen Ausgaben es sich handelte
Continue Reading „La Bohème“ oder Vom Erwachsenwerden (Teil 1)
- Stefan
- Januar 22, 2025 / 22. Tewet 5785
- Bühne
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Armeleuteviertel und Vorhof zum RuhmMichael Kaminski Karfreitag. Die Familie wich vor dem scandalon crucis ins Dortmunder Opernhaus aus. Nicht aber stand dort „Parsifal“ oder vergleichbar Erhebendes auf dem Spielplan, vielmehr „La Bohème“. Ansonsten Zugstück, war der Saal nur zur Hälfte besetzt. Das Werk passt nicht zum Charakter des Feiertags. Wenn im Momus-Bild Weihnachten auf die Bühne kommt und damit statt …
Continue Reading Platzverweis für Übervorsichtige
- Stefan
- Januar 2, 2025 / 2. Tewet 5785
- Kommentar
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Shakespeare. National Portrait Gallery (London) Elfriede Jelinek 2004. (Foto G. Huengsberg) Selbstzensur hat im Theater nichts verloren. Ein Kommentar von Michael Kaminski. Gerücht – freilich ein langanhaltendes – war, dass Molière, der nicht allein in seinem >Eingebildeten Kranken<, sondern wiederholt die Ärzteschaft schmähte, des Beistandes der vor den Kopf gestoßenen Mediziner verlustig ging.Therapie und Medikamente seien dem Dichter vorenthalten worden. …
Continue Reading Die Freiheit will nicht länger privatisieren
- Kaminski
- Mai 13, 2024 / 5. Isar 5784
- Buch
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Der Mai macht’s
Continue Reading Das Land der Deutschen suchen
Der Entwurf für das Programm der Christlich Demokratischen Union verrenkt sich bis zur peinlichen Groteske, wenn es gilt, Position gegenüber jenen Angehörigen des Islam zu beziehen, denen sich nach eigenem Bekunden der Pfahl der freiheitlichen Gesellschaft ins religiöse Befinden bohrt. Das Geschraubte gleichermaßen der verworfenen und der von der Programmkommission approbierten Formulierung leitet sich aus dem hinter ihr lauernden und vom Parteivorsitzenden favorisierten Begriff der „deutschen Leitkultur“ ab. Der Terminus ist fatal. Parteipolitisch instrumentalisiert, taugt er zu wenig mehr als zur Giftspritze. Seine des Deutschen entkleidete Herkunft aus der Politologie freilich ist untadelig. Vor einem Vierteljahrhundert brachte ihn Bassam Tibi in die Debatte ein. Tibi versteht unter „Leitkultur“ einen europäischen common sense auf Basis von Menschenrechten, Demokratie, Aufklärung, Zivilgesellschaft und Laizismus. Während sich Mitwohnende durchaus auf die von Tibi postulierten Grundsätze verpflichten lassen müssen, wenn sie sich einem von Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit grundierten Gemeinwesen zugesellen möchten, stimmt die Forderung, eine „deutsche Leitkultur“ zu bekennen, misstrauisch. Unweigerlich liefe solche Konfession auf einen Katechismus des Deutschtums hinaus. Gleich, ob auf einen großen oder kleinen, in jedem Fall einen ähnlich verzichtbaren wie die weltanschaulichen Prüfungen, denen einst den Dienst mit der Waffe Ablehnende unterzogen wurden. Deutschsein lässt sich nicht examinieren, nur leben. Ob Menschen europäischer oder überseeischer Herkunft, von der Erde oder einem Exoplaneten darauf sinnen, an Deutschland mitzuwirken, bleibt sich gleich. Willkommen ihnen allen.
Continue Reading Lothringischer Finanzplatz
- Kaminski
- März 28, 2024 / 18. Adar II 5784
- Kunst & Architektur
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Auf einer Anhöhe über der Mosel ragt die Saint Etienne (dem hl. Stephan also) geweihte überaus elegante gotische Kathedrale. Das Äußere der Metzer Bischofskirche gibt sich grazil. Ihr Strebewerk scheint sich vornehm in den Gesamtkörper des Gebäudes zurückzunehmen. Seit der späten römischen Kaiserzeit standen an dieser Stelle christliche Gotteshäuser.
Continue Reading Der wahre Fluch des Pharaos
- Kaminski
- März 6, 2024 / 26. Adar I 5784
- Kunst & Architektur
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Mag sein, die Zukunft liegt in Ausstellungen wie dieser: immersivem Sensationsheischen, virtuellen Welten aus dem Videospiel, darauf zielend, die Leute zu beschwatzen, sie fänden sich in vergangenen Zeiten und Kulturen wieder. Erklärung und Verstehen gelten wenig, Emotionen beinahe alles. So in den Hamburger Gaußhöfen, wo die Show gastiert.
Continue Reading Deutsches Hygiene Museum, Dresden
- Kaminski
- Februar 22, 2024 / 13. Adar I 5784
- Tipp
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Gestiftet vom Produzenten eines populären Mundwassers, bewahrt der 1930 der Öffentlichkeit übergebene Monumentalbau den Geist einer Merkmale biologischer Überlegenheit heroisierenden Zeit sowie jenen des vorgeblich real existierenden Sozialismus. Weniger die einzelnen Exponate stehen im Geruch als ihre Ansammlung und Kontextualisierung. Der „Gläsernen Frau“ von 1935 will historisch betrachtet sein. Wer hingegen auf Veranschaulichung gegenwärtiger Erkenntnisse zur Biologie des Menschen hofft, wird weitgehend enttäuscht. Der dem Gehirn und Denken gewidmete Saal etwa ist dürftig bestückt. Weshalb dennoch hingehen? Die Museumsgastronomie ist ordentlich.
Continue Reading Kneipe als Kindergarten
- Kaminski
- Februar 22, 2024 / 13. Adar I 5784
- Reise
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Der reisende Kritiker findet nicht immer Gelegenheit zum Abendessen vor der Aufführung. Zwar ist ein unter gewöhnlichen Umständen zureichendes Zeitfenster eingeplant, oft aber durchkreuzt die Deutsche Bahn die Rechnung. Es bleibt in solchem Fall nur kurze Frist, um sich im Hotel frisch zu machen und ins Theater zu eilen.
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