
Foto: Frederike Karg
In Meiningen ist Georgsjahr. Bis heute zeigt sich das einstige Residenzstädtchen vom Theater geprägt. Dank Georg II. (1826 bis 1914), dem „Theaterherzog“. Kunstgeschichte und Malerei hatte der Landesvater studiert, in dritter Ehe war er mit einer einstigen Schauspielerin verheiratet, der zur Freifrau von Heldburg geadelten Ellen Franz. Georg II. legte an seiner Meininger Hofbühne die Grundlagen zum heutigen Verständnis von Regie. Ausgiebig gedenken Meininger Staatstheater und Kommune der sie noch immer prägenden Persönlichkeit. Am zweiten April war Georgs II. zweihundertster Geburtstag.
Wenige Tage zuvor wurde Markus Lüpertz‘ Denkmal für Georg II. enthüllt. Am Vorabend hatte Wagners „Rheingold“ in Regie und Bühnenbild des Malers und Bildhauers Premiere. An beiden Tagen war Lüpertz zugegen. Das Standbild führt Georg II. im Kostüm von Shakespeares „Julius Caesar“ vor Augen. Das Meininger Hoftheater gastierte mit des Stratforders Stücken in London vor ausverkauftem Haus – auf Deutsch. Das vor dem Meininger Theatermuseum positionierte Denkmal zeigt den Herzog in Toga und im Gestus der adlocutio, der Begrüßung von Volk oder Heer durch die Spitzen von Staat und Militär. Ob der Gruß Mitspielenden auf der Bühne, Theaterpublikum, Untertanen oder uns Nachgeborenen gilt, lässt Lüpertz offen. Wertschätzung des Sujets und Ironie halten sich – wie so oft bei ihm – die Waage.


