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Oft als Kleinstaaterei verachtet, beweist der Föderalismus in der gegenwärtigen Covid-19-Situation seine Leistungsfähigkeit. Ob Gleiches für so manches Miniaturgebilde aus monarchischer Zeit oder der Weimarer Republik gilt, ist eine Frage, die hier nicht geklärt werden kann. Wohl aber wäre unsere Kulturlandschaft ohne die vielen einstigen Territorial- und Stadtstaaten deutlich ärmer. Das Landestheater im ostwestfälisch-lippischen Detmold, dessen Tradition bis ins zweite Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zurückreicht, firmierte einst als fürstliches Hoftheater. Im vergangenen Jahr feierte das Haus den 100. Jahrestag der Eröffnung seines >Neubaus<. Seit Jahrzehnten trägt das Detmolder Landestheater als größte europäische Reisebühne Oper und Schauspiel in die Fläche vorwiegend Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens, doch darüber hinaus bis in die Schweiz.
Die Sehnsucht nach letzterer bewog Ulrike Strothmann und Lauren Whitehead, beide Hornistinnen im Symphonischen Orchester des Landestheaters, zu alpenländischer Folklore. Kurzerhand promoviert das Duo das heimische Lipperland zur Hochgebirgsregion. Zudem zeigen die beiden Hornistinnen eine ebenso augenfällige wie praktikable Möglichkeit, beim gemeinsamen Musizieren auf Abstand zu gehen.
Die Schattenseite des Abstandsgebots thematisiert Schauspieler Paul Gräntzel, der mit dem Vortrag eines eigenen Textes über unsere nicht allein durch Covid-19 begründete Distanz zu Menschen ohne Obdach für nachdenkliches Innehalten sorgt. Social Distancing darf nicht als Entschuldigung für menschliche Kälte herhalten.
Alexandra Riemann, auch sie Mitglied des Schauspielensembles am Detmolder Landestheater, besetzt Fausts Osterspaziergang mit ihrer hochbegabten Hündin Loona. Selbst von der Lektüre angeödete Oberstufenschüler werden bei solch‘ tierischer Darstellungs- und menschlicher Vortragskunst aufmerken.
Um Kinder kümmert sich das Landestheater mit der von der WDR-Kulturambulanz aufgezeichneten Klassenzimmeroper >Ritter Odilo< von Mareike Zimmermann mit der Musik aus Henry Purcells >King Arthur<. Regie führt Guta G. N. Rau. Bariton Jakob Kunath wird von Sachie Furuya am Klavier begleitet.
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